Claudia Dischl

Piano

 

Pressestimmen

2014 |2012 | 2011 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2003| 2002

2014

Entfesselte Leidenschaft
Im Rahmen des Konzertzyklus Pro Wattwil erklang in der Aula der Kanti ein einzigartiges Kammerkonzert. [...]

WATTWIL. [...]

Begeisterndes Konzert

Im Anschluss an die Versammlung erklang in der Aula der Kantonsschule ein einzigartiges Kammermusikkonzert unter dem Titel «Folk Tunes». Dabei handelte es sich nicht um trendige keltische Volksmusik, sondern (zumindest im ersten Teil des Konzerts) um die Umsetzung von Motiven der irischen Volksmusik in anspruchsvolle klassische Musik aus der Hand des Schweizer Komponisten Frank Martin mit dem Titel «Trio über irländische Volkslieder». Als zweites Werk erklang das Klavierquartett g-Moll Nr. 1 (op. 25) von Johannes Brahms. Der Komponist hatte es bereits 1855, noch in jungen Jahren geschrieben. Er sprengte damit den Rahmen der von Mozart vorgegebenen Gattung mit ihrem «orchestralen und symphonischen Zündstoff», wie das Programmheft anmerkte.

Die das Konzert bestreitenden Musikerinnen und Musiker, Elisabeth Harringer-Pignat (Violine), Karen Foster (Viola), Claudia Dischl (Klavier) sowie Alexander Neustroev (Violoncello) zogen die Zuhörer gleich mit den ersten Klängen in ihren Bann. Sie blicken auf ganz verschiedene musikalische Werdegänge zurück. Die Österreicherin Elisabeth Harringer-Pignat ist erste Geigerin im Tonhalle-Orchester Zürich. Die Kanadierin Karen Foster ist Solobratschistin im Zürcher Opernhausorchester. Dort wirkt als stellvertretender Solocellist auch Alexander Neustroev. Schliesslich Pianistin Claudia Dischl mit Wurzeln in der Region: Die ehemalige musikbegeisterte Schülerin der Kanti Wattwil tritt neben ihrem musikpädagogischen Wirken an der Kantonsschule Wattwil und am Lehrerseminar Rorschach regelmässig in verschiedenen Kammermusikformationen und als Solistin mit Orchester auf.

Anhaltender Applaus

Die vier Musikerpersönlichkeiten rissen das Publikum von Anfang an durch ihre Virtuosität, ihr leidenschaftliches Spiel und ihr sensibles Zusammenwirken mit. Dabei überzeugten sie auch in den zahlreichen lyrischen und liedhaften Passagen beider Werke. Frank Martins Trio über irländische Volkslieder (entstanden 1925) ist eine stellenweise fast rauschhafte Huldigung an die stetig wechselnden Rhythmen der keltischen Volksmusik. Im virtuosen Wechselspiel der drei Instrumentalisten sah man vor dem inneren Auge Röcke wirbeln, hörte Absätze stampfen, den Wind durch die Bäume rauschen und Gischt aufschäumen. Vor anderem Hintergrund, aber geprägt mit derselben musikalischen Leidenschaft war auch Brahms Klavierquartett. Es begeisterte das Publikum in allen vier Sätzen, in seiner Melancholie, seiner liedhaften Wehmut, auch in seiner entfesselten, fast exzessiven Leidenschaft. Der Konzertzyklus Pro Wattwil bescherte seinem Publikum mit diesem Konzert einmal mehr ein musikalisches Erlebnis.

(Peter Küpfer, Toggenburger Tagblatt, 25. Februar 2014)

_______

2012

Wien, Wien nur du allein
Kammermusiktag in der Tonhalle

Unter dem Motto «Wien auf dem Weg in die Romantik 1770 bis 1828» spielten Mitglieder des Tonhalle-Orchesters zusammen mit befreundeten Musikern von 10 Uhr 30 bis 21 Uhr ein reich befrachtetes Kammermusikprogramm. [...] Das Klaviertrio op. 70/1, das sogenannte Geistertrio, von Ludwig van Beethoven stellte dann die Kleinmeister doch klar in den Schatten. Was für neuartige Ausdrucksbereiche erschliesst da der Komponist im langsamen Mittelsatz, der für den Beinamen des Werks verantwortlich ist. Die Pianistin Claudia Dischl, die Geigerin Elisabeth Harringer-Pignat und der Cellist Alexander Neustroev loteten die Unerhörtheit dieser Klänge in ihrer ganzen Radikalität aus. [...]

(Neue Zürcher Zeitung, 6. Februar 2012)

_______

2011

Schuberts Forelle entzückte

Beim Kammermusikkonzert mit Schweizer Berufsmusikern auf Schloss Wartegg wurde dem Publikum ein genussvolles Konzerterlebnis mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert beschert.

Mit einem Klavierquartett von Wolfgang Amadeus Mozart und dem berühmten Forellenquintett von Franz Schubert gastierten am frühen Pfingstsonntagabend Claudia Dischl (Klavier), Elisabeth Harringer-Pignat (Violine), Daniel Kagerer (Viola), Xavier Pignat (Violoncello) und Josef Gilgenreiner (Kontrabass) auf Schloss Wartegg. Die Pianistin Claudia Dischl ist eine in der Region bekannte Musikerin, sie unterrichtete sechs Jahre an der Pädagogischen Hochschule Rorschach und war Solistin in Konzerten mit dem Orchesterverein Rorschach. Die übrigen Mitglieder des Ensembles kamen aus dem Raum Zürich, sind Musiker beim Tonhalleorchester und der Oper Zürich.

Eingängig und populär

Schon für das erste Stück, das Klavierquartett g-Moll KV 478 von Wolfgang Amadeus Mozart, erhielten die Musiker vom äusserst zahlreichen Publikum sehr viel Applaus. Der bis auf den letzten Platz besetzte Konzertsaal bot einen prächtigen Hintergrund für die mit Leib und Seele musizierenden, dem Geiste Mozarts hingegebenen Künstler. Obwohl das Werk in Moll gesetzt war, zu Anfang fast verzweifelte Komponenten und Emotionen enthielt, hörte es mit einem Dur-Akkord auf. Rückblickend gesehen war diese Musik doch sehr ohrgefällig und eingängig, war nicht so tragisch, wie sie angefangen hatte, fand schliesslich ein positives Ende.

Noch populärer war dann das bekannte Forellenquintett Deutschverzeichnis 667 von Franz Schubert. Sein Markenzeichen waren die sehr unterhaltsamen Variationen im vierten Satz, basierend auf der Melodie aus seinem Lied «Die Forelle».

Angenehm und unterhaltend

Diesem Komponisten zuzuhören, ist angenehm und unterhaltend, er war nicht umsonst vor allem ein Liedkomponist. Ungewöhnlich war auch die Beteiligung eines Kontrabasses, eines der wenigen Werke in dieser Besetzung. Alle Instrumente kamen fast gleichermassen zum Zuge. Die Geige stimmte oft das Thema an, es folgte das Klavier, die Bratsche und das Cello. Die Freude im Publikum an diesem populären Musikstück war gross. Die ausgeprägte Musikalität der Künstler bescherte den Hörern ein genussvolles Konzerterlebnis.

(St. Galler Tagblatt, 14. Juni 2011)

_______

2008

Krönung eines Frühlingstages

Baronenhaus-Konzert mit Kammermusik der Romantik

Am Sonntagnachmittag konzertierte das Geschwisterpaar Claudia Dischl, Klavier, und Matthias Dischl, Klarinette, im Baronenhaus. Auf dem Konzertprogramm standen Werke von Schumann, Mendelssohn und Weber. Erwin Steiner hob in seiner Begrüssung hervor, dass es ihm und seiner Frau in der Besetzung der Baronenhaus-Konzerte stets sehr wichtig sei, einheimische Musiker zu gewinnen. So ist das Geschwisterpaar Dischl im Toggenburg beheimatet und machte seine ersten musikalischen Erfahrungen im Wattwiler Jugendorchester il mosaico.

Ausdruck

Robert Schumanns Phantasiestücke «Zart und mit Ausdruck» sowie «Rasch und mit Feuer» für Klarinette und Klavier standen am Beginn des Programms, welches ausnahmslos Werke der Romantik umfasste. Über eine Arpeggio-Bewegung des Klaviers legte Matthias Dischl seinen Solopart, der weniger eine liedhaft Melodie, als vielmehr puren Ausdruck beinhaltete, und so auch hingebungsvoll interpretiert wurde. Perlend dagegen im gegenseitigen Dialog das zweite Stück, einem fröhlich plätschernden Parlieren an einem strahlenden Frühlingstag gleich.

Eigenwillig

Die «Kinderszenen», ebenfalls von Robert Schumann komponiert, wurden anschliessend von Claudia Dischl solistisch vorgetragen. Diese Miniaturen spiegeln ganz die Erlebnis- und Gefühlswelt eines Kindes wider und hatten eine richtungsweisende Bedeutung für die Entwicklung der Klavier-Komposition des 19. Jahrhunderts. Claudia Dischls Interpretation nahm Abstand von jeglicher Sentimentalität und legte mit viel Witz und grosser Spannkraft, ohne jedoch verkrampft zu wirken, ein klares Klangbild vor. Die Pianistin bewies eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit, so im Wechsel von den massiven Akkorden der «Wichtigen Begebenheit» zu der berühmten «Träumerei», welche sie bezaubernd klar, dem Kitschtrend vieler Interpretationen nicht erliegend, fast schon ein wenig spröde, aber jeden Akkord und Ton bewusst setzend, spielte. Ein wenig eigenwillig mochte die unterbruchslose Aneinanderreihung einzelner, charakterlich zueinander passender Stücke sein, doch Claudia Dischl präsentierte mit ihren Kinderszenen eine Interpretation mit einer persönlichen Prägung, was bereits von grossem Selbstvertrauen und Mut zu eigenen Wegen zeugt.

Grosses Gestus

Nach einer kleinen Pause stand das Duo wieder gemeinsam vor dem Publikum: In Felix Mendelssohn-Bartholdys «Frühlingslied» und «Andante con moto» aus dessen zahlreichen «Liedern ohne Worte» zauberten sie zarte Frühlingsgefühle von pastellig klaren Klangfarben. Weich in den Tiefen, leicht scharf im Diskant die Klarinette, wob Matthias Dischl die traumwandelnden Melodien, im sanften Ende leider klanglich ein wenig vom grossen Flügel zugedeckt. Zuletzt erklang am Sonntagnachmittag das «Grand Duo Concertant» von Carl Maria von Weber. Nicht introvertiert wie Schumann oder Mendelssohn war dieses Stück von einem exaltierten Gestus geprägt, virtuose Floskeln, romantisches Geplänkel, Gassenhauer-artige Melodien in sämtlichen spieltechnischen Finessen liessen an das Opernschaffen des Komponisten in seinem «Freischütz» denken. Mit einer grossen Freude am Spiel und an der Gestaltung zeigten die Geschwister Dischl einen hervorragend aufeinander abgestimmten, dynamischen Dialog und ernteten am Ende einen wohlverdienten, begeisterten Applaus.

Musikalischer Verweis

Mit einer Csardas-Zugabe wiesen die Geschwister Dischl bereits auf den nächsten Anlass in der Reihe der Baronenhaus-Konzerte vom 13. Juli hin, an dem Volksmusik aus Osteuropa auf dem Programm stehen wird, und zwar im Garten des Hofes zu Wil.

(Wiler Zeitung, 6. Mai 2008)

_______

Das Kammerorchester sorgt für volle Reihen im Chimlisaal

Junge Talente mit Charme und Können

Weiblicher Charme prägte das Konzert des Kammerorchesters am Wochenende. Co-Dirigentin Anna Katharina Jampen und Pianistin Claudia Dischl haben mit Präzision und Enthusiasmus überzeugt. Als Plattform für junge Talente hat das Kammerorchester Schwerzenbach im diesjährigen Frühlingskonzert mit Werken von Händel, Elgar, Jones und Mozart ein grosses Publikum beglückt. Die Doppelaufführung im voll belegten Chimlisaal fand grosse Akzeptanz und verdienten Applaus.

Jung, charmant und talentiert

Junge Talente sorgten für professionelle Auftritte mit weiblichem Charme. So die zierliche Pianistin Claudia Dischl, die vor kurzem ihr Konzert- und Lehrdiplom mit Auszeichnung bestanden hat. Sie erhielt namhafte Preise und besuchte verschiedene Meisterkurse in Europa und Israel. Neben ihrer Lehrtätigkeit an der pädagogischen Hochschule in St. Gallen tritt sie als Solistin mit verschiedenen Kammerorchestern der Ostschweiz auf und gibt regelmässig Kammermusikabende. Anna Katharina Jampen, eine Studienkollegin Claudia Dischls, trat als neue Co-Dirigentin des Kammerorchesters auf. Sie weiss die 26 Orchestermusikerinnen und -musiker zu begeistern, mit denen sie intensive Probearbeit geleistet hat. Die Zürcheroberländerin absolvierte ihr Klavierstudium in Winterthur, Zürich und Bern; sie tritt auch als Organistin auf und leitet drei Chöre. Kein Unbekannter ist Oboist Michael Bürgi, der das Musikstudium bei Peter Fuchs abschloss und schon mehrmals als Solist in Schwerzenbach musizierte. Neben seinen regelmässigen Verpflichtungen als Orchestermusiker arbeitet er als Informatik-Ingenieur ETH.

Barock, Romantik und Folklore

Unter der Leitung von Hans Heinrich Schmid verhalf Bürgi dem «Concerto grosso Nr. 10 g-moll für Oboe solo und Streichorchester» von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) zu einem klaren, leuchtenden Konzertbeginn. In der lieblichen Sarabande, die mit majestätischen Largoklängen endet, zeigte er differenziert das Spektrum seines Könnens. Die Serenade für Streichorchester emoll des Engländers Edward Elgar (1857 bis 1934) gehört zu den Lieblingswerken von Dirigent und Orchester und sorgte im Gegensatz zu Händels glanzvollem Barock für romantische Gefühle und Freude am Klang. Mit einem Werk von Edward H. Jones (geboren 1948) trat Anna Katharina Jampen ans Dirigentenpult. Das Orchester spielte die kurze «English Sword-Dance Suite», die auf den Themen englischer Volkslieder basiert, mit Enthusiasmus und Lebendigkeit. Mit ihren straffen, jedoch zierlich gegebenen Einsätzen, ihrer Umsicht und Souveranität bestach die Co-Dirigentin von Anbeginn.

Kraftvoll, leicht und elegant

Der zweite Konzertteil ebenfalls von Jampen dirigiert war dem Klavierkonzert A-Dur, KV 414 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) gewidmet. Dieses reizvolle Werk gehört zu den ersten Klavierkonzerten, die Mozart komponierte. Die junge Pianistin Claudia Dischl wurde dem Werk, das sie auswendig spielte, in jedem Aspekt gerecht. Sie gewann die Herzen der Zuhörer sowohl durch ihre sympathische Ausstrahlung, wie auch durch ihr differenziertes Spiel. Kraftvoll übernahm sie das Thema des ersten Satzes vom Orchester, mit Leichtigkeit und Eleganz hob sie die Hände von der Tastatur nach mühelos gespielten Läufen und Trillern. Konzentration und Ruhe, aber auch überschäumende Freude kamen in den Kadenzen zum Ausdruck.

(Glattaler Zeitung, 30. Mai 2008)

_______

2007

Aus der neuen Welt, rein in die Musik

Das Jugendorchester "il mosaico" bot am Sonntag in der evangelischen Kirche ein grandioses Konzert

WATTWIL. Der vergangene Sonntag wird in Erinnerung bleiben, als Tag, an dem das unter der Leitung von Hermann Ostendarp stehende Jugendorchester "il mosaico" und Claudia Dischl am Flügel die Zuhörer mit bezaubernder Musik begeisterte.

Unter dem Titel "Aus der Neuen Welt" führten sie das Publikum ebenfalls in eine andere Welt, in andere zauberhafte Sphären - die der Musik. "The Unanswered Question" von Charles E. Ives, das Konzert für Klavier und Orchester in d-Moll von Wolfgang A. Mozart und die 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt" von Antonin Dvorak dies, die herausragenden Stücke, mit denen die jungen Musikerinnen und Musiker wahre Begeisterungsstürme auslösten. Insgesamt ein Konzert von ausserordentlich hohem musikalischem Wert und dessen Besuch zum absoluten Hörgenuss avancierte.

Melancholie und Leichtigkeit

In Mozarts Konzert in d-Moll für Klavier und Orchester entzückt nicht nur die schöne, auswendig spielende Pianistin Claudia Dischl mit virtuos gekonntem Spiel, starkem Ausdruck und wie es schien, wahrhaft gefühlter, ja gelebter Musik(freude), sondern auch das Werk selbst. Von sanft melancholisch zu intensiv stürmend vereinigt es sich in einem aufwühlenden Traum. In der mittleren langsameren "Romance", das Klavier mal wie eine Biene von Blume zu Blume, von Taste zu Taste hüpfend, die Klangfarben dabei einfangend, den ausströmenden Duft versprühend mal wie ein heller, klarer Sonnenstrahl den streiche(r)nden Nebel durchbrechend. Im dritten und letzten Teil: Violinen düster aufbegehrend, Celli und Kontrabässe nachfolgend, dies alles unter der Führung des Klaviers, die Bläser ausscherend vorgebend, dann im selbigen Motiv des Klaviers wieder einsetzend. Das Klavier wird allein gelassen, um aber sogleich mit Streichern leidenschaftlich, ja fast drohend wieder dazu zustossen. Das "Allegro assai" ist geprägt von Melodie gebenden Flöten und ebensolchen Klavierklängen und von Fundament spendenden Streichern. Das Werk Mozarts steht im Spannungsfeld von Dramatik, Düsternis, Trost und Leichtigkeit und wurde den Bogen spannend vom ersten bis zum dritten Teil wunderschön und ausserordentlich gefühlvoll interpretiert.

(Toggenburger Tagblatt, 8.Mai 2007)

Kammermusik(abend) par excellence

Chouchane Siranossian, Claudia Dischl und Matthias Dischl bezauberten das Publikum

Wattwil. Als Abschluss des Sonntags stand für jeden Liebhaber klassischer Musik ein Kammermusikabend in der Aula der Kantonsschule Wattwil auf dem Pflichtprogramm. Doch die Pflicht wurde zur Kür.

Eröffnet wurde das Konzert von Chochane Siranossian (Violine), Matthias Dischl (Klarinette) und Claudia Dischl (Klavier) mit dem Grand Duo Concernant in Es-Dur von Carl Maria von Weber. Das für Klavier und Klarinette geschriebene Stück bot bereits Einblick in die, in sich grosse Vielfältigkeit des Abends und ins ausserordentliche Können des Geschwisterpaares Dischl aus Oberhelfenschwil. Im ersten Teil, dem Allegro con fuoco wurde das interessante Wechselspiel von Klarinette und Klavier am augenfälligsten: Ein Frage-Antwort-Spiel, dann wieder ein gemeinsames Erzählen, was gerade durch den hier schwatzhaften Klang der Klarinette verdeutlicht wurde, bald ein Reinreden, ein Sich-ins-Wort-fallen der beiden Instrumente - dies jedoch alles in schönem Zusammenspiel: Fröhlich, aufgeweckt und leicht im Gegensatz zum zweiten Teil, einem Andante, welches ruhiger, trauriger und dramatischer erschien.

Gefühle ganz gross

Beim klassisch-modernen Stück von Albert Khachaturian traten die Vorführenden erstmals als Trio auf und lösten sogleich Begeisterung aus. Folkloristische Elemente und starke Elementarrhythmen wurden dabei temperamentvoll verarbeitet. Das Fundament stiftende Klavier, eine teils lang gezogen sehnsuchtsvolle, teils verspielte Violine und die verbindende Klarinette lösten sich im Spiel stetig und gegenseitig ab, rannten bald miteinander gehetzt und enthusiastisch um die Wette, um darauf gemeinsam schmachtend zu rasten, damit sie sogleich von vorne beginnen konnten. Leidenschaftlich und gekonnt gespielt, ausdruckstark interpretiert und ganz fein in der Abstimmung untereinander, ohne egoistische Dominanz und mit Rücksicht auf einander und in stiller Kommunikation miteinander entzückten Chouchane Siranossian, Claudia Dischl und Matthias Dischl die Hörer.

Höhepunkte über Höhepunkte

Chouchane Siranossian bestach auch nach der Pause mit ihrem exquisiten Spiel von Teilen aus Johann Sebastian Bachs Partita III für Violine in E-Dur. Man glaubte, nicht alle Töne gespielt zu bekommen, die man hörte, so leicht zeigte sich die Violinistin und bot die virtuosen Wahnsinnsläufe mit grosser Perfektion und Ausdruck dar, ebenso wie die lyrische Gavotte zum Zweiten. Zur Komposition des nächsten und letzten Stückes kam es, weil sich der Klassegeiger Joseph Szigeti und der Jazz-Klarinettist Benny Goodman bei Béla Bartòk um ein Stück bemühten, welches für beide Instrumente brillant, virtuos sein und solistischen Spielraum bieten sollte. Neben diesen Aspekten ist der Einfluss von ungarischer und rumänischer Volksmusik weiter kennzeichnend. Das so entstandene "Contrasts" für Violine, Klarinette und Klavier, ist dynamisch, energiegeladen und dramatisch, wirkt rassig und speziell und beeindruckt durch die Abwechslung und Raumgebung für Individualität des einzelnen Instrumentes. Jedoch wird es zu einem virtuosen Gesamtkunstwerk in sich stimmig zusammengefügt, was nicht zuletzt den hervorragenden Interpreten zu verdanken ist.

Freude und Begeisterung

Die gut achtzig Personen übernahmen den musikalisch, sprühenden Funken von den Musizierenden, und bestätigten, bekräftigten und bezeugten mit grossem Applaus und Bravo-Rufen die ausgezeichnete Darbietung. Fazit: Ein toller Kammermusikabend, mit zwei der bekanntesten Stücke für diese Besetzung und dem erreichten Ziel, alle Instrumente gleichermassen zu Wort kommen zu lassen, bestens Herr geworden zu sein oder einfach: unglaublich, hochstehend, wunderschön.

(Toggenburger Tagblatt, 27. November 2007)

_______

2006

Der neue Flügel wurde eingeweiht

Simone Küng und Claudia Dischl eröffneten eine Reihe von Hauskonzerten

Rorschach. Mit festlicher Musik zur Einweihung des neuen Flügels eröffneten Simone Küng, Violine, und Claudia Dischl, Klavier, am Freitagabend eine Reihe von Hauskonzerten in der Aula des Stella Maris.

Die Pädagogische Hochschule Rorschach hat sich für die Aula im Stella Maris einen neuen Yamaha-Flügel angeschafft. Das gab Anlass zu einem von zahlreichen Musikfreunden besuchten Einweihungskonzert. Dazu sollen in diesem stimmungsvollen Raum mit seinen prächtigen Farbfenstern in lockerer Folge weitere kulturelle Anlässe angeboten werden. Die Tatsache, dass auch die ehemalige Stella-Maris-Kapelle zu einem Ort der öffentlich wahrgenommenen Kulturpflege werden soll, wird all jene Menschen besonders freuen, welchen es ein Anliegen ist, dass die musikalische Kultur in ihren verschiedenen Facetten an der Lehrerinnen- und Lehrerbildungsstätte auch weiterhin gepflegt wird.

Künstlerinnen vor Ort

Dass die Pädagogische Hochschule Rorschach auf Künstlerinnen zurückgreifen kann, die dieser Ausbildungsstätte verbunden sind und an ihr unterrichten, zeigte sich bereits an diesem ersten Konzertabend. Die in Rorschach und Goldach tätige Musikpäda- gogin Simone Küng erteilt an der Pädagogischen Hochschule Violinunterricht. Auch die Pianistin Claudia Dischl, die verschiedene Orchesterreisen ins Ausland erlebt hat, ist hier seit Oktober letzten Jahres als Klavier-Lehrkraft tätig. Mit zumeist kurzen Stücken brachten die beiden Musikerinnen den Zuhörenden Werke der Spätromantik näher. Sie eröffneten dieses Konzert gemeinsam mit zwei sehr gefälligen romantischen Stücken op. 75 Nr. 1 und 2 des tschechischen Komponisten Antonin Dvorák (1841 bis 1904), in welchem die beiden Musikerinnen sehr gekonnt zusammenspielten.

Die Nacht besungen

Viele Musiker aller Zeiten und Stilrichtungen haben in ihrer ganz unterschiedlichen Art und Weise die Nacht besungen. Wie es drei grosse Meister der Spätromantik taten, zeigte Claudia Dischl auf meisterhafte Weise mit drei Klavierstücken. Einem Ausschnitt aus der Suite bergamasque "Claire de lune" von Claude Debussy (1862 bis 1918) folgte eines der Fantasiestücke op. 12 "In der Nacht" von Robert Schumann (1810 bis 1856). Mit der Nocturne op. 62 Nr. 2 klang die Reihe der Klaviersolo-Stücke wundervoll aus. Zum viel bestaunten Höhepunkt dieses Konzertes wurde die Sonate in A-Dur für Violine und Klavier des 1890 verstorbenen César Franck, des Komponisten, welcher einst als ursprünglicher Belgier eine Hochblüte französischer Kammermusik-Pflege eingeleitet hatte.

(22.Mai 2006)

_______

2005

Grosse Talente gaben sich die Ehre

Claudia und Matthias Dischl spielten am Sonntag Werke für Klavier und Klarinette in der Kantonsschule Wattwil

Wattwil. Die Geschwister Dischl aus Oberhelfenschwil sind ehemalige Schüler der Musikschule Toggenburg, sie begeisterten mit einem erstaunlichen Konzert.

Talente wurden hier gefördert

Claudia Dischl, deren musikalischer Werdegang, wie auch der ihres Bruders Matthias Dischl, an der Kantonschule Wattwil, genauer beim Schülerorchester "il mosaico", seinen Anfang nahm, setzte sich hinter den grossen schwarzen Flügel. Sie gewann den Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb 2000 für ihr einfühlsames Spiel. Entsprechend wählten die Geschwister Dischl für ihr Konzert am Sonntag romantische Werke von Komponisten aus der neueren Zeit, die aber wenig übrig hatten für Experimente, mit konservativer Ausrichtung. Eine Ausnahme bildete vielleicht Claude Debussy (1862-1918), dessen Rhapsodie für Klarinette und Klavier doch sehr flott daherkam, manchmal ans Varieté und den Tanzsalon erinnerte. Die Klarinette ist eben ein sehr vielseitiges Instrument mit vielen Facetten.

Farbige Umsetzung

Matthias Dischl, der an der Musikhochschule WinterthurZürich studiert, wusste sie in allen Farben umzusetzen. Dabei dominierte eindeutig das feurige Rot der glänzenden Corsage, die Claudia Dischl trug, passend zur Krawatte des Bruders. Leidenschaft, Poesie und Liebe waren die Triebfedern der Musik vom Sonntag. Auch in das Alterswerk von Camille Saint-Saens (1835- 1921), die Sonate op. 167 für Klarinette und Klavier, interpretierten Bruder und Schwester viel Lebensfreude hinein.

Kein perfekter Konzertsaal

Beim Allegretto übernimmt Matthias Dischl mit der Klarinette die Führung, spielt zuerst eine romantische, wohlklingende Melodie, im nächsten Satz folgen Triller, Verzierungen. Er rast die Tonleiter auf und ab, um dann wieder eine breite, schwere Melodie zu spielen. Man spürt die Anstrengung, ganz im Gegensatz zur Pianistin, die sich in den kurzen Atempausen vor schwierigen Passagen konzentriert, um dann auch die vollsten, gewichtigsten Akkorde locker hinzuzaubern. Sie wiegt sich mit der Musik, schräg geneigt lässt sie die konzertanten Passagen, die grossen vollen Akkorde wie Donner aus dem schwarzen Ungetüm von Flügel heraus. Es stimmt, was eine Zuschauerin nach dem Konzert anmerkte: "Der Flügel hat ein hohles Nachklingen." Über solch kleine Unzulänglichkeiten lässt sich gut hinwegsehen. In Wattwil gibt es nun mal nicht den grossen Konzertsaal mit perfekter Akkustik. Dafür kommen grossartige junge Künstler, die sich nicht zieren in einem Schulauditorium ihre Kunst zu präsentieren.

Gelassene Pianistin

Claudia Dischl lächelt bei den feinen, leichten Figuren im berühmten Carnaval op. 9 für Klavier solo von Robert Schumann (1810-1856), den "kleinen Szenen" mit den imaginären "Davidsbündlern". Sie sind alle im Programmheft aufgelistet, wie sie gegen die Philister der modernen Musik ankämpften. Im Klarinettensolo wiederholt sich traurig lamentierend immer dieselbe Tonfolge in verschiedenen Varianten, zuerst gehaucht, schleierhaft, erhebt sich derselbe Ton zur lauten Anklage. Dann Vogelgezwitscher, die Hoffnung auf einen guten Ausgang. Es klingt kahl aber versöhnlich, auch wenn das Stück von Olivier Messiaen (1908-1992) "Abîme des Oiseaux" aus dem "Quartett für das Ende der Zeit" stammt und Messiaen es 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager schrieb. Den Abschluss machten Brahms (1833-1897) und eine Zugabe von Debussy.

(Toggenburger Tagblatt, 22.Februar 2005)

_______

2003

Kunst, ohne Töne Musik zu machen

"il mosaico" gab Konzert voller Impressionen mit sensationeller Toggenburger Pianistin als solistischem Höhepunkt

Wattwil. Claudia Dischl spielte mit "il mosaico" ein faszinierendes Klavierkonzert. Danebst bot das Jugendorchester eindrücklichen Einblick in das Schaffen skandinavischer Komponisten. Das grosse Publikum in der evangelischen Kirche war sichtlich überwältigt von den Eindrücken eines aussergewöhnlichen Konzertes. "il mosaico" entführte seine zahlreichen Musik interessierten Gäste in die Welt nordischer Fantasie. Das Jugendorchester mit seinem Leiter Hermann Ostendarp und der Pianistin Claudia Dischl interpretierten Kompositionen von feinfühligem Tiefgang, effektvoller Virtuosität und auch fantasievollem Unterhaltungswert. Hermann Ostendarp stellte teils enorme Anforderungen an den jugendlichen Orchesterklang, denen sich die jungen Musikerinnen und Musiker gewachsen zeigten.

Sensationelle Pianistin

Fast nahtlos und den Eindruck der impressionistischen Szenerie mitnehmend, begann das Konzert für Klavier und Orchester a-Moll Opus 16 von Edvard Grieg. Das grosszügig angelegte und äusserst beliebte Werk gab der jungen Toggenburger Pianistin Claudia Dischl die Möglichkeit, ihr virtuoses technisches und künstlerisches Können vor bekanntem Publikum zu entfalten. Mit unglaublicher Souveränität, musikalischer Natürlichkeit und sympathischer Ausstrahlung beherrschte die junge Künstlerin den ganzen Raum. Die hohe Virtuosität des Werkes schien spielerisch leicht. Klavier und Orchesterklang entwickelten eine grosse dynamische Spannweite. Die zierliche Pianistin brachte unglaubliche Kräfte auf das Instrument und wurde den Forderungen Edvard Griegs in allen Teilen gerecht.

(Toggenburger Tagblatt, 29.April 2003)

_______

2002

Gefühlvoll interpretierte Kammermusik

Geschwister Claudia und Matthias Dischl luden am Freitag zu einem Konzertabend in die Aula der Kanti Wattwil ein

Im Anschluss an seine Hauptversammlung lädt der Förderkreis des Jugendmusikorchesters "il mosaico" jeweils zu einem Konzertabend. Dieses Jahr erfreuten die Geschwister Claudia und Matthias Dischl, Klavier und Klarinette, eine begeisterte Zuhörerschaft mit Werken von Beethoven, Skrjabin und Brahms.

Eröffnet wurde der musikalische Abend mit der Sonate in As-Dur op. 26 von Beethoven, die von der Solistin Claudia Dischl notenfrei in einer glanzvollen Interpretation gespielt wurde. Kantable Lieblichkeit prägten den ersten Satz, dessen Leitmotiv durch Variationen verschiedenster Nuancen bereichert wurde.

Von heiter bis wehmütig

Einem feurig-stürmischen Scherzo folgte der Trauermarsch, der die eben noch so heitere, schwungvolle Stimmung mit düster grundierten Fragmenten überschattete. Im abschliessenden Allegro wichen wehmütige Färbung und feierliches Pathos einer beglückenden Heiterkeit, die, von zündendem Rhythmus geprägt, von der Pianistin mit handwerklicher Brillanz widergegeben wurde. Die Musik des russischen Komponisten Alexander Skrjabin hat im Westen lange auf ihre Wiederentdeckung warten müssen; erst nach 1972 fand sie weltweite Anerkennung. Die fünf Préludes dieses Komponisten sind geprägt von ausstrahlungsstarken, abwechslungsreichen melodischen Motiven. Verspielte Heiterkeit und fesselnde Expressivität kennzeichnen die kurzen, einzelnen Sätze, die von der Pianistin solistisch vorgetragen wurden.

Vorzügliche Wechsel

Im Zentrum des Abendkonzertes stand Brahms Sonate in F-Moll für Klarinette und Klavier. Als Dritter im Bunde wirkte Raphael Dischl (auch er spielt Klavier), an der Seite seiner Schwester als Notenblatt-Wender, sodass das Publikum den musikbegabten Dischl-Nachwuchs vereint auf der Bühne sah. Schon im ersten Satz der Brahms-Sonate, dem Allegro Appassionato kam der wunderbare Ton der Klarinette zur Geltung. Die Wechsel zwischen den eruptiven, vorwärts drängenden und den lyrischen Passagen gelangen dem Solisten Matthias Dischl vorzüglich.

Fröhlich, tänzerisch, leicht

Eine friedliche Landschaft verkörperte das Andante mit seinen idyllischen, schlichten Motiven; die bezaubernden Pianostellen wurden vom Solisten mit bemerkenswerter Zartheit intoniert. In Allegro grazioso war ein Volksfest angesagt. Die fröhliche, tänzerische Leichtigkeit mit ihrem ganz spezifischen Klangkolorit prägte auch anfänglich das Vivace. Spannungsvolle Steigerungen mit "Fanfarenklängen" kündeten das triumphale Ende dieser, auch für die Pianistin, anspruchsvollen Komposition. So ohne Weiteres liess man die beiden Künstler nicht von dannen ziehn; mit zwei Zugaben erfreuten die sympathischen jungen Leute ihre Fan-Gemeinde.

(Toggenburger Tagblatt, 10. Juni 2002)